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Liebe Griechenlandfreunde,
Der Sommer in Griechenland ist gerade in voller Blüte, und schon werde ich nach meinen Reiseempfehlungen für den Herbst gefragt. Es ist keine einfache und allgemein zu beantwortende Frage. Der eine mag es kühler und ein paar Regentropfen
sind eine willkommene Erfrischung. Der andere will bis Ende Oktober den richtigen Sommer genießen. Wie dem auch sei, die Vorteile einer Herbstreise nach Griechenland oder Zypern liegen auf der Hand. Ab Mitte September sind die Preise niedriger, die Hitze klingt ab, ein Großteil der Urlauber ist abgereist und die Einheimischen sind nach dem großen Ansturm, den die Ferien mit sich bringen, viel freundlicher und ausgeruhter. Für den ganzen September kann ich Chalkidiki empfehlen. ImSeptember 1997 habe ich Psakoudia, Toroni und Sarti besucht, wobei ich für diese Jahreszeit die beiden letzteren Orte empfehlen möchte. Toroni ist die sehr ruhige und Sarti die etwas lebhaftere Variante. Aber auch hier finden Sie einsame Buchten und Strände. Ab und zu kann es einige Tropfen geben, aber Sie haben mit
circa 90 prozentiger Sicherheit blauen Himmel. Gegen Ende September sollten Sie an die Rückreise denken. Manches Geschäft und manche Taverne wird dann mangels Kundschaft geschlossen. Das gilt auch für Korfu und die Kykladen, die sich spätestens ab Mitte September auf den Winterschlaf vorbereiten.
Wollen Sie aber auch bis in den Oktober hinein das vollkommene Urlaubsgefühl haben, dann empfehle ich die Inseln Kreta, Kos und Samos. Sie können jetzt durch die schöne Stadt Kos laufen und endlich auch die Fassaden der alten Häuser sehen oder die Sandstrände von Mastichari und Kefalos für sich allein genießen. Auch Pythagorion auf Samos verwandelt sich ab September in ein überwiegend griechisches Städtchen. Auf Kreta, dem neben Zypern besten Reiseziel für Oktober, ist jetzt auch mancher Ort an der Nordküste ruhiger. Ein besonderes Erlebnis im Oktober ist die Rakizeit, wenn die Bauern in den Dörfern den Traubenschnaps am offenen Feuer brennen. In Richtun g Osten sind Istro, Paläkastro und Ferma lohnende Ziele. In Richtung Süden, würde ich am liebsten im schönen Dorf Kamilari, unterhalb der -Timbakiebene oder in Plakias Urlaub machen. Plakias eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Wanderungen zu den naheliegenden Schluchten, Dörfern und Stränden. Wenn Sie nach Myrthios laufen und zu Wolfgangs Restaurant, einem der besten der ganzen Region kommen, dann grüßen Sie den Besitzer von mir! In Richtung Westen denke ich an die Orte Panormo (zwischen He
raklion und Rethymnon) oder an Georgioupolis. Georgioupolis entwickelt sich zwar seit einigen Jahren in Richtung Pauschaltourismus, es ist aber noch nicht verbaut. Ein Vorteil der letztgenannten Orte ist ihre gute Verkehrsanbindung. Sie kommen schnell nach Chania oder nach Rethymnon, von Panormo aus auch nach Heraklion, der widersprüchlichsten und faszinierendsten Stadt Kretas. Warum auch nicht zwei oder drei Tage in Heraklion verbringen? Das Museum sucht seinesgleichen in ganz Griechenland. Auf dem Markt mit Fleisch- und Fischständen können Sie auch den Patsas, die scharfe Knoblauch-Essigsuppe mit geschnezeltem Gedärmen probieren. Im Zentrum von Heraklion gibt es unzählige Tavernen voll mit verliebten Pärchen und jungen Einheimischen. Und früh morgens läd die lange Mole mit dem herrlichen Blick auf die Stadt zu einem Spaziergang oder zum Jogging ein.
Auf Zypern haben Sie einen ewigblauen Himmel, die Wassertemperatur liegt auch im November bei circa 21°C und die Tiefsttemperaturen im Januar sinken selten unter 17°C. Zypern bietet schöne
Sandstrände und ausgedehnte grüne Wälder im Troodosgebirge, kosmopolitische Städte mit allen erdenklichen Unterhaltungsmöglichkeiten und kleinste traditionelle Dörfer in traumhaften Landschaften. Außer baden und wandern können Sie auf Zypern auch unzählige Ausgrabungen besichtigen. Wenn Ihnen das alles nicht genügt, machen Sie doch einfach einen Kurztrip in den Libanon, nach Israel oder nach Ägypten. Auch im Winter gibt es zu den benachbarten Ländern regelmäßige Fähr- und Flugverbindungen. Unbedingt probieren sollten Sie das Mezé, das aus zehn bis dreißig verschiedenen (nicht standardisierten!) kleinen Vorspeisen besteht. Auch der Zypriotische Wein ist vorzüglich. Genießen Sie es sigá - sigá, das heisst langsam, und mit der Ruhe. Lesen Sie auch meine Reisetipps für Oktober und November.
Viel Spaß auf meinen Internet Seiten und einen erholsamen Griechenland Urlaub wünscht Ihnen,
Dr. Apostolos Papassilekas
El Greco Archiv
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