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Online Reiseberichte | Chalkidiki
Psakoudia, Sonntag 21. Mai 2000. Noch einmal gehe ich morgens im Meer baden. Nach dem Frühstück brechen wir nach Thessaloniki auf, um von dort nach Athen zu fliegen. Auf halbem Weg halten wir in Psakoudia. Psakoudia ist kein gewachsener ein Ort, sondern ein Gebiet mit einem herrlichen langen Sandstrand. Jannis, ein Jugendfreund von Apostolos betreibt
dort eine Ferienanlage, die in einer parkartigen Umgebung liegt. Zum Meer hin stehen große Bäume. Doch die Zeit drängt, und wir müssen weiterfahren, denn wir wollen unseren Flug nicht verpassen. Doch wo geht es in Thessaloniki zum Flughafen? Die Beschilderung in Griechenland ist manchmal ein wenig gewöhnungsbedürftig aber immerhin werden alle wichtigen Schilder auch auf Englisch wiederholt. Den Hinweis Airport suchen wir hingegen vergeblich. Airport heißt in Thessaloniki halt Makedonia und wird noch durch ein zusätzliches Flugzeugsymbol gekennzeichnet. Seit sich die frühere jugoslawische Teilrepublik den Namen Mazedonien gab, sind in Griechenland offenbar einige Sicherungen durchgeknallt. Die Griechen befürchten Gebietsansprüche auf den mazedonischen Teil ihres Landes und beleben mit aller Kraft den eigenen mazedonischen Nationalismus. So wurde auch der Flughafen von Thessaloniki umgetauft und heißt heute Makedonia, was auch die chaotische Ausschilderung erklärt.
In Athen wohnen wir im Haus der Eltern von Apostolos. Es liegt in einem ruhigen Stadtteil auf einem der Hügel, auf denen die Stadt gebaut wurde. Von hier hat man eine ausgezeichnete Sicht auf das Häusermeer von Athen, den Lycabettos Hügel und sogar auf die Akropolis. Da es in Athen am Nachmittag sehr heiß wird, warten wir im Schatten ab, bis es am Abend kühler wird, um dann zu Fuß von unserem Hügel zu steigen. Wir kommen an einem Häuserblock vorbei, der seit dem Krieg nicht mehr renoviert wurde. An der Fassade sieht man noch die Einschußlöcher der Gewehrsalven. Wenig Vertrauen erweckend sehen die Balkone aus. Manche davon sind mit einem Meer von Blumentöpfen geschmückt. Gleich gegenüber liegt des neue
Gebäude des griechischen Verfassungsgerichts. Der Kontrast zu zwischen seiner prunkvollen Glas- und Marmor Architektur auf der einen und dem bröckelnden Putz auf der anderen Seite könnte größer nicht sein. Auf unserem Spaziergang ins Stadtzentrum kommen wir an der festungsartig gesicherten amerikanischen Botschaft vorbei und gehen durch noblere Viertel. Auf der Rückseite des griechischen Parlaments kommen wir an einem der wenigen Parks dieser Stadt vorbei. Wir erreichen die Plaka, die Athener Altstadt. Glücklicherweise wurden die Autos aus den engen Gassen verbannt, so dass hier eine Oase inmitten des Verkehrsgewühls entstehen konnte. Der Einwand ist berechtigt, dass die Plaka ein großes Touristen Disneyland ist. Zu offensichtlich zielen die Angebote auf den Geschmack dieser zahlungskräftigen Klientel. Dennoch haben die engen Gassen und historischen Gebäude für mich nichts von ihrem Charme verloren. Es macht mir einfach Spaß, mich hier in eines der vielen Cafés zu setzen und den Menschenstrom in den Gassen zu beobachten.
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