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Online Reiseberichte|Korfu

Wolfgang
Kavos, Freitag 26. Mai 2000. Nach dem Frühstück fahren wir nach Agios Matthäos. Hier sind die Feriengäste des Dorfes noch an einer Hand abzählbar. Agios Matthäos befindet sich in Hanglage mitten in einer üppigen Vegetation. Etwa 200 000 Olivenbäume gibt es in der näheren Umgebung. Wir setzen uns in eines der Cafés an der wenig befahrenen Hauptstraße des Ortes. Etwa
Kavos
drei Kilometer hinter Agios Matthäos kommen wir in Paramonas an den Strand. Der schöne Sandstrand des kleinen Ortes fällt flach ins Meer ab. Das Wasser ist jetzt am Nachmittag schon gut aufgewärmt.

Auf dem Rückweg fahren wir über die Dörfer an nach Lefkimi zurück. Kurz vor Kavos an der Südspitze von Korfu machen wir in einem kleinen Dorf halt um einen Kaffee zu trinken. Der Ort heißt Kritika und erinnert mit seinem Namen an die Vorfahren der heutigen Bewohner, die vor Jahrhunderten vor der türkischen Besetzung nach Korfu geflohen waren. Das Dorf wirkt ursprünglich und
Kavos
unberührt. Ein alter Mann im Café erzählt uns von Kavos. Viele der Dorfbewohner aus Kritika arbeiten dort. Kavos ist ein Vergnügungspark, der fast ausschließlich von britischen Urlaubern besucht wird. Einmal erzählt der Alte, sei eine Gruppe betrunkener Engländer auf das Auto eines Dorfbewohners gestiegen und hätte dort getanzt. Doch der Mann wusste sich zu helfen. Nachdem er selbst das Dach seines Autos erkletterte und mittanzen wollte, nahmen die Briten reißaus. Seine ungewöhnliche Reaktion hatte sie misstrauisch gemacht. Dass einige Griechen mit einem eher skurrilen Humor auf die Heimsuchung durch die
Kavos
Gäste eagieren, können wir auch in Kavos selbst feststellen. Nur Eingeweihte verstehen beispielsweise die Anspielung im Namen der Trabukos Bar, einem Etablissement an der Hauptstraße des Ortes. Frei übersetzt bedeutet der Name soviel wie Rowdy Bar. Traboukos ist in Griechenland nämlich der Spitzname der Schlägertypen nationalistischen Partei Griechenlands. Offenbar kann ein Besuch in Kavos tatsächlich ernste Folgen für die Gesundheit haben, denn wir zählen nicht weniger als fünf Erste Hilfe Stationen am Straßenrand. Es wird abend in Kavos und die Straße beginnt sich zu füllen. Überall blinken Leuchtreklamen und laden zu einem Besuch der Bars und Diskos ein. Vor den Kneipen stehen junge Engländerinnen und versuchen uns in eines der Etablissements zu bugsieren. Nachdem wir das Spießrutenlaufen überstanden haben, setzen wir uns in ein ruhigeres Lokal und schauen dem bunten Treiben auf der Straße zu.



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