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Online Reiseberichte|Korfu

Wolfgang
Argyrades, Samstag 27. Mai 2000. Heute ist unser letzter Tag in Griechenland. Um 16 Uhr müssen wir unseren Rückflug in Korfu-Stadt erreichen. Vorher wollen wir noch einmal in Agios Georgios baden. In Argyades treffen wir in einem Café zwei
Landeanflug
Priester mit dem schwarzen Gewand der orthodoxen Popen. Der jüngere der beiden erzählt von seinen Erfahrungen als Arbeiter während seiner Studienzeit. Der andere war vor seiner Priesterweihe als Seemann um die Welt gereist. Wir sind erstaunt, dass die Träger des schwarzen Gewandes eine derartige Lebenserfahrung haben. Der ältere Pope, der auch Priester in Argyades ist, beklagt den Sittenverfall auf der Insel, seit der Vergnügungspark in Kavos errichtet wurde. Nur mit Mühe, erzählt er, hätten die Dorfbewohner mit Demonstrationen ein zweites Kavos vor ihrer Haustür verhinhdern können. Trotz ihrer Proteste gelang es einem australischen Heimkehrer in Agios Nikolaos, nur wenige Kilometer von Argyades entfernt, einen wahren Sündenpfuhl einzurichten.

In Schlammbädern wälzen sich dort busladungsweise völlig unbekleidete Briten. Nur durch den anhaltenden Druck aus der Bevölkerung konnte der Betreiber verpflichtet werden, einen Sichtschutz um die umstrittene Anlage zu errichten. Allein am Vortag hatte der Pope bereits sechs Busse nach Agios Nikolaus fahren sehen. Wir fahren in nachdenklicher Stimmung weiter. Es ist bedrückend zu sehen, welche Konflikte der Tourismus auf dieser schönen Insel erzeugt. Ein letztes Mal nehmen wir ein erfrischendes Bad im Mittelmeer, bevor wir nach Hamburg zurückkehren.




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