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Online Reiseberichte | Kreta
Aghios Nikolaos, Donnerstag 18. März 1999. Statistisch gesehen gibt es im März drei Regentage auf Kreta. Heute ist einer davon. Mich beschleicht das unangenehme Gefühl, daß das Wetter auf Kreta im März nicht sehr viel anders ist als zuhause in Hamburg. Sicher ist der Vergleich etwas ungerecht, denn der Regen auf Kreta ist warm und leicht. Dennoch hatte ich mir besseres Wetter erhofft.
Aghios Nikolaos ist das Zentrum des kretischen Tourismus. Jetzt im März ist von Tourismus aber kaum etwas zu spüren. Die meisten Hotels und Tavernen sind noch geschlossen oder werden renoviert. Überall wird gemalt und gebaut. Aghios Nikolaos liegt an einer großen Bucht, die von den Venezianern den Namen Mirabello erhielt, was so viel heißt wie wunderschön. Und das ist sie auch. Umrahmt wird die Mirabellobucht von steilen Gipfeln, die sich in der Ferne im Dunst abzeichnen. Die Stadt selbst liegt auf mehreren Hügeln, die einen
natürlichen Hafen umschließen. Der innere Teil des Hafens wird auch als See bezeichnet, ist aber direkt mit dem Meer verbunden.
Ich beschließe, die Gegend zu erkunden und fahre die Küste entlang in Richtung Westen. Selbst bei Regenwetter und bedecktem Himmel ein einzigartiges Schauspiel. Nach einigen Kilometern komme ich an Istro vorbei. Jetzt wird die
Küstenstraße kurvenreicher und beginnt sich am Ausgang der Mirabellobucht die Berge hinaufzuwinden. In zahlreichen Serpentinen geht es weiter nach Sitia.
Gleich hinter Sitia sehe ich eine kleine Stadt mit vielen bunten Häusern. Beim Näherkommen entpuppt sich das ganze als eine Touristenstadt aus der Retorte. Mitten in eine menschenleere Landschaft gebaut stehen hier die Spielzeughäuschen wie in einer Filmkulisse. Ob der Urlaub hier einmal Spaß machen wird?
Ich fahre weiter nach Paläkastro und zum Palmenstrand von Vai. An diesem Regentag allerdings läd der wunderschöne Strand nicht zum Baden ein.
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