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Online Reiseberichte | Kreta
Frangokastello, Donnerstag 25. März 1999. Frangokastello liegt an der Südküste, Kretas. Mitten in einer weiten Ebene steht das venezianische Kastell, das dem kleinen Ort seinen Namen gab. Im Hintergrund ragen die Berge
des Lefka Ori auf, von denen einige bis zu zweieinhalb Tausend Meter hoch und von Schnee bedeckt sind. Im Jahre 1828 verschanzten sich hier im Kastell 700 kretische Freiheitskämpfer, um sich gegen eine türkische Übermacht zu verteidigen. Sie wurden alle getötet. Heute ist nur noch die Außenmauer des Kastells erhalten. Von innen bietet sich mir der Anblick des Verfalls.
Frangokastello ist ein ruhiger Ort. Wenige Häuser und ein weiter weißer Sandstrand sorgen für ein absolut ungestörtes Urlaubsvergnügen. Jetzt im März sind zudem erst sehr wenige Gäste da, denn eigentlich beginnt die Saison erst Anfang April.
Gegen Mittag fahre ich zur nahen Imbros Schlucht. In engen Kurven führt die Landstraße in die Berge. Vom Einstieg
geht es erst einmal steil in die Tiefe. Nadelbäume, Flechten und Sträucher klammern sich in jede Nische zwischen den Felsen. Es ist ganz ruhig hier. Nur der Wind rauscht durch die Zweige der Bäume. Nach einer Weile wird die Schlucht schmaler. Die Felsen auf beiden Seiten bilden jetzt fast senkrechte, mehrere 100 Meter hohe Mauern. An manchen Stellen verengt sich die Schlucht so stark, daß sie mir wie eine Höhle erscheint. Die Schlucht ist jetzt wieder weiter geworden. Die Kieselsteine knirschen unter meinen Füßen. Von oben höre ich eine Glocke klingeln aber ich kann nichts erkennen. Nach ein paar Schritten höre ich das Klingeln von hinten. Ich drehe mich um und entdecke hoch über mir eine Bergziege, die die Blätter der Sträucher am Steilhang verspeist. Sie blickt auf und schaut mich direkt an.
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