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Online Reiseberichte | Kykladen
Milos, Sonntag 6. Mai 2001. Am Morgen werde ich von einer Schiffsirene geweckt. Das darf nicht wahr sein, denke ich und schaue auf die Uhr. Es ist noch nicht einmal 8 Uhr! Schnell laufe ich zum Hafen um zu sehen, was dort los ist. Als ich zur Pier komme, sehe ich, dass die Express Milos gerade abgelegt hat. Wann wird die nächste Fähre nach Folegandros fahren? Es ist immer noch stürmisch und der Wind heult um die Masten der Segelboote im Hafen. Ich gehe zurück und frühstücke erst einmal in Ruhe im Garten meines Hotels. Dabei schaut mir eine lebensgroße Kopie der Venus von Milos zu. Sie zwinkert unmerklich mit den Augen und flüstert mir zu: "So schnell entkommst du mir nicht". Natürlich war das nur der Wind, sage ich mir, aber zwei Tage sind eben einfach nicht genug für diese landschaftlich so aufregende Insel.
Bei diesem Wetter wird jedes Anlegemanöver zum Ereignis. Die Segler sitzen im Hafen fest und erzählen in der Hafenbar ihr Seemannsgarn. Da schlagen die Wellen schon mal doppelt so hoch über den kleinen Booten zusammen und die nautischen Fähigkeiten wachsen ins Unermessliche. Schließlich wird auch die Fähre nach Paros abgesagt. Damit entfällt die einzige Möglichkeit, heute auf eine andere Insel als Serifos und Sifnos zu kommen. Ich füge mich in mein Schicksal und tausche meine Fahrkarte für die nächste Fähre nach Folegandros am Dienstag um. Bei einem kurzen Spaziergang am Strand von Adamas enzdecke ich ein französisches Marine- und Soldatendenkmal aus dem 19. Jahrhundert.
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