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Online Reiseberichte | Kykladen
Sifnos, Montag 30. April 2001. Heute will ich mir ein Moped leihen und die Insel erkunden. Die kleinen giftgrünen Biester haben zwar nur 50 ccm Hubraum, fahren aber dennoch bis zu 60 Stundenkilometer schnell.
Ich brauche noch nicht mal meinen Führerschein vorzulegen. Das ist auch gut so, denn meiner liegt sowieso daheim in einer Schublade. Die Bedienung ist schnell erklärt und dank meiner Motorradfahrprüfung traue ich mir den Umgang mit dem kleinen Flitzer auch problemlos zu. Der Vermieter warnt mich noch vor der Vorderradbremse, die sehr gefährlich sei, überreicht mir eine Karte der Insel und schon geht die Fahrt los. Was für ein herrliches Gefühl, den Fahrtwind zu spüren und die Serpentinen zur Inselhauptstadt heraufzukurven! Die Straße von Kamari nach Apollonia führt rechts an einer kilometerlangen Schlucht vorbei. Je näher ich an mein Ziel
komme, um so enger rücken die Berge zusammen. Ihre Hänge sind mit Hilfe von Natursteinmauern terassiert und bieten so den Raum für landwirtschaftliche Nutzung. Ich sehe neben Weideflächen und Olivenhainen auch Gemüsebeete. So viel Grün hätte ich der nach außen so karg und schroff wirkenden Insel gar nicht zugetraut! Immer wieder sehe ich kleine weiße Kapellen inmitten der Terassen. Apollonia kommt in Sicht.
Die Inselhauptstadt wird von einer weißen Kirche mit Kuppel überragt, die auf den Resten eines Apollontempels errichtet wurde. Ich fahre weiter über die Insel und komme schließlich in Vathy an eine kleine, ruhige Bucht mit einem schönen Sandstrand. Nach einiger Zeit habe ich genug vom faulen Rumliegen in der Sonne und mache mich wieder auf den Weg zurück nach Kamares. Wieder weht mir auf dem Moped der Fahrtwind um die Nase und ich fahre ein wenig zu schnell um die Kurven. Ich versuche zu bremsen, verliere die Kontrolle und rutsche über den Asphalt. Knie kaputt, Fuß kaputt, Hose und Moped natürlich auch kaputt. Zum Glück kann ich aber noch fahren und mache mich auf die Suche nach dem Inseldoktor.
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