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Zypern - Reisebericht Februar 1999
Gleich nach meiner Ankunft in Larnaca schaue ich mir das türkische Viertel mit seinen alten türkischen Straßenschildern an. Hier befindet sich das
Von der Moschee aus laufe ich über die moderne Promenade von Larnaca zum "Art-Cafe 1900", das ich noch von einer früheren Reise her kenne. Dieses außergewöhnlich stilvoll eingerichtete Haus befindet sich in der Stassinou Straße 6, nur wenige Meter von der Fremdenverkehrszentrale entfernt. Überall an den Wänden befinden sich schöne, nostalgische Bilder von Schauspielerinnen und Schauspielern aus den 20er und 30er Jahren. Aus den Lautsprechern ertönen dezent die Jazzstandards dieser Jahrzehnte. Ich fühle mich in den kleinen Räumen eher wie in einem privaten, stilvoll eingerichteten Haus, als in einem Restaurant. Alle Gerichte, Kreationen des Hauses, kosten immer noch 3,50 Pfund, was etwa 6,- Euro entspricht. Darf es zum Beispiel "Hühnchen in Bier" sein? Meine Erkältung versuche ich dabei mit einem herrlichem, zypriotischen Bergtee in den Griff zu bekommen. Auf dem Weg in die Wohnung laufe ich an der Lazaruskirche vorbei. Sie ist ein Muß für den Larnacabesucher. Diese byzantinische Kirche stammt aus dem 10. Jahrhundert.In der Krypta liegt noch der leere Sarkophag des heiligen Lazarus. Er wurde im Jahr 890 entdeckt und nach Kostantinopel transportiert. Die Kreuzfahrer sollen bei ihrer Eroberung Kostantinopels im Jahre 1204 die kostbaren Reliquien geraubt und nach Marseille gebracht haben.
Auf dem Salzsee bei der Moschee sehe ich hunderte rosafarbene Flamingos, die sich bald auf den Weg in ihre Sommerquartiere am kaspischen Meer machen werden. Ich fahre weiter zum Dorf Kiti, das an der Stelle des antiken Kition liegt. Im Kafeneion direkt an der Kreuzung zum Touristengebiet gibt es den besten griechischen Kaffee zum günstigsten Preis. An den Wänden grüßen Marx und Lenin von alten Plakaten. Der Wirt weist mich auf ein großes Photo seines türkischen Freundes und Genossen hin, der von griechischen Nationalisten 1974, bei der Machtübernahme der Samson-Junta umgebracht worden war. Wie viele Zyprioten hat auch er mit der jüngsten Geschichte seiner Insel noch nicht abgeschlossen und erinnert sich gern an das Zusammenleben mit den türkischen Dorfbewohnern. Die griechische Junta hat dieses Zusammenleben zerstört, eine Meinung, die ich von vielen älteren Zyprioten höre.
Was Paphos betrifft, verzweifeln Sie nicht, wenn Sie anfangs auf der Suche nach einer Taverne nur Fish and Chips - Schilder sehen. Es gibt durchaus einige empfehlenswerte Restaurants. Im oberen Teil von Paphos gibt es die Taverna "Scorpios", wo man ausgezeichnete Mezedes genießen kann, montags sogar mit griechischer Life-Musik und Tanz. Nicht nur die zwei Wirte tanzen. Nach ein Paar Gläschen Wein kommen auch die deutschen Gäste in Fahrt und auch ich werde mitgerissen und in Richtung Straße mitgezogen, wo sich die torkelnde Gemeinschaft für einige Minuten aufhält. Die Mezedes kommen fast ununterbrochen und sie schmecken lecker. Bei einem Preis von 6 Pfund (circa 11,- Euro) pro Person inklusive Hauswein kann man sich nicht beschweren. Im unteren Teil von Paphos, auf den Straßenschildern auch als "Touristic Area" bezeichnet, empfehle ich das "Bamboo-Restaurant" von Andreas, dem Rückkehrer aus London. Lassen Sie sich nicht von seinem, anfangs etwas unfreundlichen Gesicht vertreiben und bestellen Sie nicht gleich das, was auf Tafeln mit Kreide angepriesen wird. Fragen Sie unbedingt nach dem Tagesmenue und dem Hauswein! Lassen Sie sich das Weissbohnen-Gericht aus dem Offen servieren oder bestellen Sie Kleftiko, ein herrliches Lammfleischgericht aus dem Ofen. Hauswein gibt es auch hier. Vielleicht treffen Sie hier auch einen rundlichen Herrn im mittleren Alter mit Pferdeschwanz. Er ist Festlandsgrieche und nach 25 Jahren in Deutschland will er auf Zypern Fuß fassen. Er verkauft eigene Karikaturen an der alten Hafenpromenade mit dem alten Pelikan. Wenn Sie ihn sehen, grüßen Sie ihn von mir und sagen Sie ihm daß ich ihn beneide. Dies ist mein letzter Abend auf Zypern. Es kommt ein zunehmend heftigerer Sturm auf, der mir der Abschied von dieser Frühlingsinsel ein ganz klein wenig leichter fallen läßt. Adio Zypern! Viel Spaß auf meinen Internet Seiten und einen erholsamen Urlaub wünscht Ihnen Ihr, Dr. Apostolos Papassilekas |
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