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Athen Im Herbst und im Winter
Im Herbst und auch im Winter zeigt sich Athen von seiner angenehmsten Seite. Das Klima ist jetzt ausgeglichen, die Sonne kommt immer wieder durch und die Temperatur sinkt selten unter zehn Grad. Fast alle Athener sind nun in ihrer Stadt und die Touristenströme sind abgeflaut. Zu dieser Jahreszeit finden die Besucher lebhafte Plätze und Straßen, aber auch romantische, stille Orte und
Gässchen. Mitten in Athen erheben sich die zwei berühmten Hügel, Akropolis, mit den antiken Stätten aus der Zeit des Perikles, und Lykabettos, mit der kleinen, strahlend-weissen Agios Georgios-Kirche an der Spitze. Unterhalb der Akropolis befindet sich Plaka, das älteste Athener Viertel. Plaka, nicht nur bei den Touristen beliebt, besteht aus einem labyrinthischen Gassensystem mit vielen Tavenen und Restaurants, mit kleinen Geschäften und Häusern aus der Zeit der Jahrhundertwende. In Athen und in der Umgebung gibt es so viel zu sehen, daß eine Woche nicht ausreicht, um auch nur einen großen Teil der Attraktionen zu besuchen.
Wenn Sie sich für archäologische Stätten interessieren, so können Sie neben der Akropolis auch das Donyssos Theater und die Pnyx, den Ort der antiken Volksversamlung mit dem Theseion Tempel, besuchen. Auch die römische Agora, deren Grundlegung in der Zeit Julius Cäsars begann, oder der Kerameikos, der antike Friedhof von Athen ist einen Besuch wert. Die Liste der antiken Sehenswürdigkeiten ließe sich ohne weiteres verlängern. Sollte das Wetter einmal nicht für Spaziergänge geeignet sein, so gehen Sie am Besten in eines der zahlreichen Museen Athens.
Besonders empfehle ich Ihnen einen Besuch des Archäologischen Nationalmuseums (bis Oktober 2003 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen), des Akropolis- Museums, oder des Kerameikos-Museums. Auch das Benaki-Museum und das kleine Kykladen-Museum möchte ich Ihnen wärmstens empfehlen. Die Kykladenkunst hat nach meinem Empfinden viel mit moderner Kunst gemeinsam. Wenn Sie sich für das frühe Mittelalter interesieren, so ist das Byzantinische Museum mit seinen Sammlungen aus der frühchristlichen bis zur nachbyzantinischen Zeit zu empfehlen. Auch in der Umgebung Athens befinden sich wichtige antike Monumente oder archäologische Funde. Mieten Sie sich ein Auto und fahren Sie nach Sounion oder zum Marathon Grab, das zu Ehren der hier im Kampf gegen die Perser gefallenen Athener 490 v.Chr. erbaut wurde. Ein Besuch des Heiligtums in Eleussis, das Demeter und der Kore gewidmet war, und des hiesigen Museums kann das Programm abrunden.
Aber jetzt genug der Archäologie. Wenn Sie am Vormittag der Allgemeinbildung genüge getan haben, bleibt Ihnen der Nachmittag zum Shopping. Entlang der großen Straßen finden Sie alles, was Ihr Herz begehrt, von Antiquitäten (bitte Vorsicht beim Einkauf wegen der Echtheit und der sehr strengen Ausfuhrbestimmungen) bis zur Haute Couture. Mögen Sie Pelze aus griechischer oder russischer Produktion, oder stehen Sie auf Leder? Gute Geschäfte finden Sie um den Syntagmaplatz, in Kolonaki (ähnlich Pöseldorf in Hamburg, aber endeutig lebhafter und lauter) in Monastiraki, um den Omoniaplatz und dem nahen Kaningosplatz (sehr wenig Touristen) oder in der Patissionstraße (viel italienische Mode).
Natürlich gehört zu den Genüssen des Urlaubs auch das Essen. In Athen finden Sie unzählige Tavenen und Restaurants, von ganz einfach bis luxuriös. Durch die vermehrte Einwanderung aus allen Kontinenten bekommt die
griechische Küche Konkurrenz aus Südostasien, aber zunehmend auch aus Osteuropa. Und wo gehen die Athener essen? So pauschal läßt sich das gar nicht sagen. Meist gehen sie in ihrem Viertel in ein Lokal das sie kennen, oder sie fahren an die Peripherie, wo es gemütliche Gartenlokale gibt. In früheren Jahren fand ich es immer wieder schön nach Maroussi (Miller - "Der Koloß von Maroussi" läßt grüßen) zu fahren. Hier gab und gibt es noch Lokale, die traditionelle Fleischgerichte anbieten, wie Kontosouvli oder Kokoretsi (falls Sie gegrillte Innereien eingewickelt in Darm mögen; wenn nicht, kriegen Sie dort gegrilltes Hähnchen oder Souvlaki). Lassen Sie sich noch ein Liter offenen Retsina bringen und zum Schluß etwas Halva oder einen Metaxa ... und den griechischen Kaffee nicht vergessen. Zum Schluß sagen Sie noch zum Kellner: Parakalo, ton logariasmo (die Rechnung bitte) und denn gehen Sie zu Bett, in die Disco oder zum Kasino auf dem Parnitha-Berg, im Hotel Mont Parnas. Hier haben Sie nicht nur Ihren Ruf zu verlieren. Und wenn Sie immer noch nicht müde sind, besuchen Sie ein Skyladiko (Kneipe mit griechischer Lifemusik), wo die ausgeruhten und lebenshungrigen Athener bis zum Umfallen tanzen; nehmen Sie sich in Acht vor Tellern, die, in der allgemeinen Begeisterung, auf die Tanzfläche geschleudert werden.
Von Athen aus können Sie auch Tagesfahrten mit dem Schnellboot nach Egina oder nach Hydra machen oder Sie fahren zur schönen Stadt Nauplion auf Peloponnes. Auch die Insel Evia im Nordosten Athens ist nur ein Katzensprung entfernt. Im Ort Aedipsos auf Evia (hier soll Maria Callas und Onassis sowie andere berühmte Reeder gesehen worden sein) können Sie auch im Winter im Meer baden. Die Warmwasserquellen im Meer und auf den Felsen verwandeln die Badebucht in eine Art Badewanne; hier sind Sie garantiert unter Griechen. Wie Sie sehen, eine Woche Athen ist nicht gerade viel, aber immerhin ein Anfang.
Viel Spaß auf meinen Internet Seiten und einen erholsamen Griechenland Urlaub wünscht Ihnen,
Dr. Apostolos Papassilekas
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