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Online Reiseberichte | Zypern
Polis, Mittwoch 2. September 1998. Beim Frühstück treffe ich die russische Touristin wieder. Sie heißt Jewgenia und kommt aus Jekaterinaburg im Osten Rußlands. Es ist dort sehr kalt im Winter. Sibirien ist nicht weit. Jewgenia hat sich entschlossen, nicht mehr nach Rußland zurückzukehren. Zu aussichtslos ist dort die wirtschaftliche Situation. Wohin sie gehen soll weiß sie allerdings auch nicht. So versucht sie ihre Zeit auf Zypern noch ein wenig zu verlängern und ihren Rückflug, der schon Freitag sein soll, auf einen späteren Termin umzubuchen. Vielleicht bringt ja die gewonnene Zeit eine Lösung ihres Problems. Steven, ein britischer Tourist, holt Jewgenia ab. Sie wollen heute gemeinsam eine Bootsfahrt unternehmen.
Ich beschließe mir heute Polis anzuschauen. Ich setze mich in ein Café und schreibe Postkarten. Ich bestelle einen Melonen-Drink und proste Antje zu, die jetzt in Hamburg sitzt und sich auf einen Segeltörn auf der herbstlichen Ostsee freut. Yamas Antje! Auch in langer Hose wünsche ich Dir viel Spaß dabei!
Polis ist vom Massentourismus bisher verschont geblieben. Große Hotelanlagen gibt es hier nicht.
Zwar ist das Angebot von Restaurants und Geschäften auf die Gäste zugeschnitten, seinen Charme hat Polis dennoch nicht verloren. Ich laufe am Strand von Polis entlang. Ein langer, schmaler Sandstrand, der fast menschenleer ist. Der Ort hat sich bisher nicht bis zum Meer hin ausgedehnt. Es gibt nur eine Anlage mit Ferienwohnungen direkt am Wasser. Ich kehre ins Zentrum zurück und treffe Jewgenia und Steven. Sie sind inzwischen von ihrer Bootsfahrt zurückgekehrt und sitzen, gemeinsam mit Bekannten, die sie auf dem Boot getroffen haben, in einem Café. Ich setze mich dazu und erfahre, daß Steven und seine Frau schon seit Jahren immer wieder Urlaub auf Zypern machen. Sie schätzen an Polis, daß es immer noch sehr ruhig ist.
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