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Online Reiseberichte|Zypern

Wolfgang
Argaka, Donnerstag 3. September 1998. Heute soll meine Reise ins Troodos-Gebirge weitergehen. Es gibt zwei Möglichkeiten nach Troodos zu gelangen. Die gut ausgebaute Strecke von Limmassol aus, die ich schon kenne, oder den direkten Weg durch die Berge. Ich entscheide mich für die Bergvariante, in der Hoffnung, daß diese Strecke die schönere sein wird.
Kartenasschnitt
Bis zur türkischen Enklave von Kókkina kenne ich den Weg bereits. Beim zweiten zypriotischen Militärposten biege ich auf die Straße nach Stavros ab, eine Schotterpiste, die sich in engen Windungen die Berge hinaufschraubt. Nach wenigen Kilometern hat die Straße eine Asphaltdecke. Immer weiter winden sich die Serpentinen durch die einsame Berglandschaft. Ich halte an. Wie ruhig es hier ist! Ich höre nur den Wind, der durch die Pinien strecht. Kein Mensch und kein Auto weit und breit. Ich blicke auf die bewaldeten Täler ringsum. In der Ferne schimmert das Mittelmeer.

Gaestehaus
Kurz vor Stavros gabelt sich die Straße. In der einen Richtung geht es nach Kykkos, einer weiteren Station auf dem Weg nach Troodos, die andere Strecke führt nach Stavros selbst. Außerdem beginnt hier ein Wanderweg mit dem Namen Moutti tou Stavrou. Ich enscheide mich für eine Wanderung durch den Pinienwald. Auch hier ist kein Mensch unterwegs. Es duftet nach Harz. Der Weg bietet eine gute Aussicht auf die umliegenden Täler und Gipfel.
Forst Ranger
Nach zweieinhalb Kilometern bin ich wieder am Ausgangspunkt angelangt. Ich bekomme langsam Hunger und beschließe nach Stavros zu fahren. Schon nach kurzer Zeit kommen ein paar Häuser in Sicht. Nirgendwo ist ein Ortsschild, aber die Straße endet hier. Das muß dann also Stavros sein. Ich will schon weiterfahren, als ich ein paar Leute in einem Café sehe. Ich setze mich mit an den Tisch und spreche die grün uniformierten Männer an. Es sind Forst Ranger, die hier in der Forststation arbeiten. Stavros ist nämlich kein Dorf, sondern der Name dieser Station. Früher lebten einmal mehr Menschen hier, heute aber sind die Familien der Forst Ranger weggezogen.

Gaestehaus
Zur Forststation gehört auch ein Gästehaus. Es ist schon spät am Nachmittag, und ich habe keine Eile nach Troodos zu gelangen. An der Straße nach Stavros hatte ich zudem noch einen zweiten Wanderweg gesehen, den ich mir gerne anschauen würde. Also bleibe ich über Nacht im Gasthaus der Forststation. Etwas abseits gelegen, hat das Gästehaus eine herrliche Holzveranda die genau nach Westen, zur Abendsonne hin ausgerichtet ist. Das zweigeschossige Steinhaus, Baujahr 1947 strahlt die Atmosphäre der längst vergangenen britischen Kolonialzeit aus. Innen sind die Zimmer klein aber zweckmäßig eingerichtet. Sogar eine Dusche ist vorhanden. Ich bin der einzige Gast der Forst Ranger.



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