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Online Reiseberichte | Zypern
Episkopi, Donnerstag 27. August 1998. Zum Frühstücken gehe ich in Antonis Gartenhaus. Diesem Haus sieht man von außen gar nicht an, welcher herrliche Innenhof sich hinter seinen hohen Mauern verbirgt. Große alte Bäume spenden Schatten, Blumen blühen in den verschiedensten Farben. Überall wachsen Pflanzen und verwandeln den Hof in eine Oase der Ruhe. Antonis Gartenhaus steht mitten im Dorf und ist eines der ältesten Steinhäuser in Episkopi. Ursprünglich ein großer Hof mit Ställen für Kamele, ist es heute ein kleines Hotel.
Mitten in dieser Szenerie steht Antoni, der Besitzer, und bewirtet seine Gäste. Zum Frühstück gibt es ein reichhaltiges Büffet mit zypriotischen Spezialitäten. Unbedingt empfehlenswert ist der zypriotische Haloumi. Dieser gummiartige Käse aus Ziegen- und Schafsmilch ist eine echte Deilikatesse. Er wird gerne gebraten, zusammen mit Schinken gegessen, schmeckt aber auch roh ausgezeichnet. Ich setze mich an einen Tisch im Hof.
Antoni erzählt, daß heute abend im antiken Amphitheater von Kourion ein Saxophonkonzert stattfinden wird. Da ich, obwohl ich kein Jazzfan bin, gerne mal zu den Session ins Hamburger Birdland gehe, merke ich mir den Termin vor. Aber erst einmal möchte ich ans Meer. Episkopi ist nicht weit von der Küste entfernt. Kourion Beach ist ein schmaler, ruhiger Sand-Kies Strand. Die meisten Badegäste sind hier Zyprioten. Ich bleibe, bis die Sonne fast untergegangen ist.
Jetzt wird die Zeit schon knapp, und ich muß mich ziemlich beeilen, damit ich noch rechtzeitig zum Beginn der Vorstellung ankomme. Nur wo ist das Amphitheater? Ich will schon nach Episkopi zurückkehren, da sehe ich gerade noch rechtzeitig ein Hinweisschild. Das Kourion Theater ist gleich oberhalb des Strandes! Glück gehabt. Als ich oben ankomme, bietet sich mir ein phantastisches Panorama. Das Halbrund der Zuschauerränge öffnet sich zum Mittelmeer hin. Die untergehende Sonne taucht die Szenerie in ein rötliches Licht.
Die Darbietung beginnt und erwieist sich als eine Veranstaltung der Britischen Militärverwaltung. Die Briten haben südlich von Episkopi auf der Halbinsel Akrotiri eine Militärbasis. Die Königlich Britischen Gurkhatruppen eröffnen das Saxofonkonzert mit Bigbandmusik. Leider sind nicht alle Gurkhas im Takt und so wirkt der Auftritt unfreiwillig komisch. Als nächstes steigt ein britischer Sänger in den Ring. Begleitet von einem Saxophon und seinem eigenen Playbackorchester animiert er das Publikum schließlich sogar Tiergeräusche zu machen. Ich finde das aber nicht so lustig wie meine Nachbarn und nutze die Pause vor dem nächsten Programmpunkt, einer A Capella Gruppe in lila Kostümen, um zu gehen.
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