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Online Reiseberichte|Zypern

Wolfgang
Kalavassos, Samstag 29. August 1998. Um zehn Uhr wache ich auf. Meine Ferienwohnung ist in einem alten Steinhaus eingerichtet worden. Sie liegt nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt. Mit alten Möbeln stilvoll ausgestattet, hat sie sogar ein Himmelbett aus Messing. Ich öffne die Türen und schaue auf den schattigen Innenhof.
Kalavassos
Die Blätter des wilden Weins bilden ein luftiges Dach. Ich schlendere zum Marktplatz des Dorfes. Dort treffe ich Andreas, den Verwalter der Cyprus Villages Traditional Houses an einem Tisch im Kafeneion zusammen mit einigen Gästen. Andreas winkt mich heran. Die Gäste sind britische Familien, die teilweise schon seit vielen Jahren immer wieder nach Kalavassos kommen um Urlaub zu machen. Eine Familie aus Newcastle kommt schon seit fünf Jahren an diesen Ort. Zunächst hatten sie durch Bekannte vom Urlaub auf Zypern erfahren. Jetzt kommen sie wegen der erholsamen Ruhe des Lebens hier.

Kalavassos
Um uns herum spielt sich das Dorfleben ab wie in einem alten Film. Die Männer sitzen im Café und unterhalten sich quer über den Platz. Hier im Schatten ist die Luft angenehm. Ich komme mit den britischen Familien ins Gespräch. Sie erzählen von den Kindern, die hier schnell Kontakt zu Gleichaltrigen aus dem Dorf bekommen, vom britischen Sommer, der in diesem Jahr genau wie der in
Andreas
Hamburg ausgefallen sein muß und von den angenehmen Kontakten zu den Bewohnern des Dorfes. Andreas erzählt von den archäologischen Funden in der Umgebung von Kalavassos. Die ältesten Grabungen stammen aus der Zeit von 9000 vor Christus. Professor Todd, der Grabungsleiter ist selber öfters zu Gast im Kafeneion und bietet Führungen für Kleingruppen an. Diese Grabungsstelle, die mit ihrer zeltförmigen Überdachung weithin sichtbar in der Flußebene bei Kalavassos liegt, möchte ich mir näher ansehen. Leider ist der Eingang verschlossen.

Kalavassos
Abends um halb elf bin ich wieder in Kalavassos. Überall sind jetzt Autos abgestellt. Mehrere Reisebusse stehen auf dem Parkplatz. Gleich hinter der Kirche ist eine Bühne aufgebaut. In langen Reihen stehen Tische, an denen mehrere hundert Menschen sitzen. Auf der Bühne steht ein Finne. Er ist zusammen mit einer Gruppe Delegierter einer internationalen kommunistischen Konferenz in Nikosia zum Dorffest von Kalavassos eingeladen worden. Er bedankt sich für die Einladung und verspricht, seinen ganzen Einfluß geltend zu machen um die Teilung Zyperns zu beenden. Nachdem auch der ukrainische Delegierte geredet hat, geht das Fest mit Musik weiter. Eine Sängerin und ein Sänger, begleitet von Elektrobuzouki und Schlagzeug, spielen Tanzmusik. Andreas hat mich entdeckt und führt mich zum Tisch, an dem auch schon die britische Gruppe sitzt. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Gleich bekomme ich zypriotischen Brandy angeboten. Yamas! Jetzt wird getanzt.



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